Im September 2016 wurde mir erneut die Ehre zuteil, an der „Bamberger Akademie“ teilzunehmen. Diese bietet im Rahmen eines Wochenend-Seminars besonders engagierten und altgriechisch-begeisterten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich intensiv mit einem bestimmten Thema aus der griechischen Geschichte zu beschäftigen. War dies 2015 noch „Aristophanes“ so lautete das diesjährige Thema „Griechische Lyrik“. In kleinen Gruppen befassten wir uns mit den großen Rahmenthemen „Antike Lyrik und ihr Sitz im Leben“, „Themenfelder griechischer Lyrik“, „Übersetzungen und Rezeption“ sowie abschließend kreativen Workshops.

Unsere erarbeiteten Ergebnisse stellten wir in darauffolgenden Plenumsdiskussionen vor. Obgleich die meist nur in Fragmenten erhaltene Griechische Lyrik, die zudem selten in attischer Sprache (vergleichbar unserem Hochdeutsch), sondern meist in Dialekten verfasst ist, eine Herausforderung darstellt, machten sich die rund 30 Teilnehmer mit großer Begeisterung an die Übersetzung, Interpretation und Erschließung von jahrtausendealten Gedichten von Pindar, Sappho, Alkaios und Co. Dabei erhielt ich u.a. die Möglichkeit, Papyrus-Neufunde, die natürlich in griechischer Schrift geschrieben sind, zu entziffern sowie die Position von Göttern und Kult in einzelnen Gedichten genauer zu beleuchten. Auch verschiedene Übersetzungstheorien, die politisch-soziale Verortung der Lyrik und die korrekt betonte Vortragsweise griechischer Gedichte standen auf dem Programm.

Im letzten kreativen Teil der Workshops konnten wir antike Gedichte modern umschreiben, fortschreiben oder schauspielerisch umsetzen. Summa summarum stellt die Akademie, geleitet von der klassischen Philologin der Bamberger Universität Prof. Dr. Vogt wie von dem Altgriechisch-Lehrer des KHG Hr. Furthmüller auch in diesem Jahr einen großen Erfolg dar, der es allen Teilnehmern ermöglicht hat, auch über den Unterricht hinaus Kontakte zu knüpfen und sich intensiv auszutauschen.
 
Patricia Salzbrenner (Q11)