Franz Ludwig von Erthal

Vordenker des modernen Sozialwesens

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Unser Namenspatron Franz Ludwig Freiherr von Erthal (16. September 1730 in Lohr am Main; † 14. Februar 1795 in Würzburg) war ein bedeutender Fürstbischof der Aufklärungszeit. Sein Wahlspruch  lautete: „Der Fürst ist für das Volk, nicht das Volk für den Fürsten da.“

Nach einem Studium der Philosophie, Theologie und der Rechtswissenschaften war Franz Ludwig als Präsident der weltlichen Regierung in Würzburg und als Diplomat für Kaiser Joseph II. im Reichsdienst tätig, z.B. als Visitator beim Reichskammergericht in Wetzlar (1768-75) oder als Konkommissar beim Reichstag in Regensburg (1775-1779).

Nach seiner Wahl zum Bischof in Würzburg und in Bamberg im Jahre 1779 förderte er Handwerk und Industrie in seinen Territorien, stiftete 1789 in Bamberg aus seinen privaten Mitteln das damals modernste Krankenhaus Deutschlands. Franz Ludwig von Erthal gründete krankenkassenähnliche Institute für Gesellen und Dienstboten zur sozialen Absicherung.

Hervorragende Verdienste erwarb er sich um die Schulen und Universitäten in Bamberg und Würzburg: Unter anderem reformierte Franz Ludwig von Erthal das Volksschulwesen, errichtete 1791 ein Schullehrerseminar und verfügte, dass Lehrer nur mit gutem Examen angestellt wurden. Er gründete Mädchenschulen, Sommerschulen und „Industrieschulen“ auf dem Lande und führte bei weiterführenden Schulen als neue Fächer Geschichte, Geographie, Physik und Französisch ein. Für die Universität ließ er eine umfangreiche Bibliothek und ein Naturalienkabinett errichten. Beides ist heute noch zu besichtigen! Und er ermöglichte Vorlesungen und Übungen zur Philosophie Immanuel Kants. Als Direktor des „Fränkischen Reichskreises“ spielte er bis zu seinem Tode 1795 eine wichtige Rolle in der Reichspolitik.