Erinnerungskultur

Gegen das Vergessen, für die Erinnerung

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„Erinnerung ist Vergangenheit. Das in sich reicht nicht.
Wichtig sind die Zukunft und die Gegenwart.“
Micha Ullman

Als traditionsreiche Schule mit mehr als 125 Jahren Schulgeschichte liegt uns am FLG die lebendige Erinnerungskultur sehr am Herzen. Unsere Schüler wie Lehrer nehmen sich immer wieder auch schulgeschichtlicher Themen an. Insbesondere wollen wir in unserem kollektiven Gedächtnis unserer Schulgemeinschaft die Erinnerung an das Schicksal der jüdischen Schüler und Lehrer des Neuen Gymnasiums (heute Franz-Ludwig-Gymnasium) wachhalten, die Opfer des nationalsozialistischen Terrors wurden.

Bis zur Reichspogromnacht 1938 und dem anschließenden Verbot von jüdischen Schülern an deutschen Schulen besuchten rund 300 jüdische Schüler das ehemalige Neue Gymnasium. Hebräisch-Unterricht und Religionsunterricht für jüdische Schüler gehörten zum Bild des Gymnasiums. Durch den Holocaust verlor die Schulfamilie 26 ehemalige Schüler und einen Lehrer, derer wir nun seit April 2016 auch in Form eines Erinnerungsorts gedenken.

Im Sinne einer modernen Erinnerungskultur haben wir in Zusammenarbeit mit dem israelischen Künstler Micha Ullman und dem Berliner Galeristen Alexander Ochs eine Begegnungsstätte geschaffen, an der wir an die Opfer des Holocausts namentlich gedenken. Neben dieser Erinnerungsfunktion schafft unser Erinnerungsort auch eine Verbindung zu Micha Ullmans Kunstwerk „Säule“ am Domberg.

Und ganz in Micha Ullmans Sinne dient unser Erinnerungsort dem Dialog: interreligiös, interkulturell und zwischenmenschlich.

„Mein Weg ist der Dialog zwischen den Zeiten, Zwischenraum zwischen den Dingen, zwischen den Menschen.“
Micha Ullman