„In der Nacht, als Ronja geboren wurde, rollte der Donner über die Berge, ja, es war eine Gewitternacht, dass sich selbst alle Unholde, die im Mattiswald hausten, erschrocken in ihre Höhlen und Schlupfwinkel verkrochen …  Nur die wilden Druden liebten Gewitter mehr als jedes andere Wetter und flogen mit Geheul und Gekreisch um die Räuberburg auf dem Mattisberg. „

Nein, wir sind nicht im Kino. Die Szene aus Astrid Lindgrens „Ronja Räubertochter“ wird uns vorgelesen – aber so lebendig, so farbig, so ausgestaltet, als würden wir tatsächlich bewegte Bilder sehen.

Anna, Ella, Simon und Kilian – diese vier Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen konkurrieren an diesem Vormittag in der Bibliothek darum, wer als Schulsieger das FLG beim Stadtausscheid des Vorlesewettbewerbs vertreten wird. In der ersten Runde präsentieren die Teilnehmer eine etwa drei Minuten lange Passage aus einem Buch ihrer Wahl. Die Jury bewertet dabei neben der Textauswahl auch die Lesetechnik und die Interpretation. Wird sicher und flüssig gelesen? Ist der Vortrag immer so lebendig und nuancenreich gestaltet wie Lovis‘ Gesang vor der Geburt Ronjas?

In der zweiten Runde müssen die Vorleser beweisen, dass sie auch einen fremden Text meistern können. Deutschlehrer Ulrich Koch hat dafür eine spannende Passage aus Mikael Engströms Buch „Ihr kriegt mich nicht“ ausgesucht.

Die Jury hat es schwer. So eng liegen die vier Finalisten am Ende beieinander, dass eine Entscheidung kaum zu treffen ist. Mit einem ganz kleinen Vorsprung siegt am Ende aus den Reihen der Sechstklässler Simon. Wir drücken die Daumen für den Stadtentscheid!