Wer am 30. Juni die Aula des Franz-Ludwig-Gymnasiums betrat, konnte sich fühlen wie auf einem Marktplatz im antiken Rom: Gespannt lauschten die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen dem bekannten Kinder- und Jugendbuchautor Frank Schwieger, der aus seinem neuen Kinderbuch „Ich, Julia und die Menschen aus Pompeji“ vorlas, dem bereits 11. Band seiner Reihe von erzählenden Kindersachbüchern. Organisiert wurde die Lesung von Frau Bergen.

Leben mit Julia am Vulkan

Frank Schwieger nahm sein Publikum mit auf eine Reise in die Welt des römischen Pompeji. „Live aus der Stadt am Vulkan“ schildern Julia und andere Figuren im Stile eines Freundschaftsbuches, wie sie den Ausbruch des Vesuv erleben und überleben.  Mit seiner lebendigen Vortragsweise sprang der Funke schnell über – und die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer lauschten gespannt. Immer wieder veranschaulichten Fotos und Zeichnungen von Pompeji den Vortrag.  

Fragen wie im römischen Senat

Nach der Lesung wurde es in der Aula lebhaft: Hände schnellten in die Höhe, Fragen wurden gestellt. Frank Schwieger beantwortete geduldig jede einzelne. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren so, dass der Autor seit rund 25 Jahren schreibt und auch noch als als Lehrer für Latein und Geschichte an einer Schule in Rendsburg arbeitet. Für ein Buch brauche er ungefähr ein Jahr (und er  verriet: das nächste erscheint in ca. 11 Monaten).  Angefangen habe er das Schreiben einst aus einer Urlaubslaune heraus. Und wenn die Ideen einmal nicht fließen, lege er das Manuskript einfach beiseite und mache am nächsten Tag weiter.

Lieblingswort „Humanitas“ 

Auch Persönliches verriet der Autor: das lateinische Lieblingswort des schreibenden Lateinlehrers ist humanitas, seine Lieblingsgöttin Artemis, sein Lieblingsgott Hermes. Besonders spannend fanden viele die Geschichte hinter Julias Namen: Eigentlich sollte die Heldin „Helfia“ heißen, nach dem zweiten Namen ihres Vaters, Helfius, doch sein Verlag meinte, ein heute noch üblicher Name wäre verkaufsfördernder. 

Autoren zu treffen macht Lust auf lesen

Die lebhafte Fragerunde bewies das große Interesse des jungen Publikums. Im Anschluss signierte Frank Schwieger Bücher, die am Büchertisch erworben werden konnten. Die Lesung war eine spannende Reise in das alltägliche Leben in der Antike – ganz ohne Geschichtsbuch, aber mit jeder Menge Fantasie und Neugier. Gleichzeitig leistet eine solche  Autorenlesung einen wertvollen Beitrag zur Leseförderung, denn die persönliche Begegnung mit einem Autor macht Lust darauf, selbst zum Buch zu greifen und in neue,  oder wie in diesem Falle, alte Welten einzutauchen.

Text: Alexander Chlistalla   Fotos: Ulli Koch