Ein Roman über Identität und Zugehörigkeit

Was bedeutet es, zwischen verschiedenen Welten aufzuwachsen und sich dabei manchmal „überall und gleichzeitig nirgends zugehörig“ zu fühlen? Dieser Frage nähert sich die Autorin Anna Dimitrova in ihrem Roman Kanak Kids – und genau davon bekamen die Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Jahrgangsstufe bei ihrer Lesung am Franz-Ludwig-Gymnasium einen lebendigen Eindruck.

Die 1998 in Sofia geborene Autorin kam selbst im Alter von zwölf Jahren nach Deutschland. In ihrem Roman, der von der Jugendjury für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde, erzählt sie die Geschichte der 16-jährigen Dessi. Diese lebt im Münchner Stadtteil Neuperlach, besucht jedoch ein Gymnasium in der wohlhabenden Innenstadt – ein Alltag zwischen unterschiedlichen Lebenswelten, Erwartungen und Identitäten.

Mehr als eine Lesung

Die 75 Minuten vergingen wie im Flug. Anna Dimitrova las nicht nur ausgewählte Passagen aus ihrem Roman, sondern berichtete auch von dessen Entstehung und gab spannende Einblicke in ihre Arbeit als Drehbuchautorin. Dabei wurde schnell deutlich, wie eng viele Themen des Buches mit eigenen Erfahrungen der Autorin verbunden sind.

Offene Gespräche auf Augenhöhe

Besonders beeindruckte die offene und zugewandte Art der jungen Autorin. Im Anschluss an die Lesung entwickelte sich rasch ein lebhaftes Gespräch, in dem die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Fragen stellten und mit Anna Dimitrova über Literatur, Identität und das Schreiben ins Gespräch kamen.

Mit vielen neuen Eindrücken und Denkanstößen kehrten die Jugendlichen schließlich in ihren Schulalltag zurück – und manche sogar mit einer nagelneuen Taschenbuchausgabe von „Kanak Kids“, die sie am Büchertisch gekauft hatten. 

Text: U.Fischer  Fotos: U.Koch